WE LOVE YOUGANDA – Projektreise mit Viva con Agua

Vor zwei Wochen durfte ich an der Projektreise von Viva con Agua teilnehmen. Wie die meisten von euch wissen, habe ich VcA schon in Freiburg supportet und freute mich daher umso mehr diese Gelegenheit zu bekommen. Die Reisegruppe bestand dieses mal neben Verantwortlichen von VcA vor allem aus Vertretern von verschiedenen Festivals, auf denen VcA Becherspenden sammeln darf, Künstlern und Musikern. Eben eine bunte Truppe. Die erste große Aktion war die Gestaltung dreier Wände am National Theatre in Kampala. Julia Benz malte eine große Wand, Bobbie Serrano eine kleinere und das „africa arts collective“ eine sehr große:

Montagmorgen ging es in zwei Gruppen los in die Projektgebiete. Das ist zum einen Lira, wo ein von VcA finanziertes Projekt schon abgeschlossen ist und Moroto, wo gerade ein neues begonnen hat. Ich war in der Gruppe, die nach Moroto fuhr, und so begann die etwa 10 stündige Fahrt schon um 6 Uhr morgens in Kampala. Über Jinja und Mbale ging es nördlich in  die Region Karamoja, deren Zentrum Moroto ist. Karamoja ist wohl die trockenste und auch ärmste Gegend Ugandas. Schon auf dem Weg wurde das deutlich, denn die drei Autos unserer Gruppe wirbelten viel Staub auf und teilweise sah man nicht weiter als wenige Meter. Landschaftlich unterscheidet sich diese Gegend auch deutlich von allem anderen, was ich bisher von Uganda gesehen habe: sehr wenig grün und in alle Richtungen nur flache Landschaft. Einzige Ausnahme bildet der Mount Moroto, welcher auf einer Seite unwirklich mitten in der Landschaft steht. Eine der ersten Erfahrungen ist für mich sehr überraschend. Aus dem Auto ausgestiegen stehen wir vor einem „Manyatta“, ein typische Siedlung in Karamoja. Wir werden überschwänglich begrüßt und willkommen geheißen und anschließend durch das Dorf geführt. Es sieht ganz anders aus, als alles, was ich bisher von Uganda kennenlernen durfte. Es besteht aus vielen kleineren Zellen, welche durch Holzsträucher voneinander abgetrennt sind. Die äußere Abgrenzung ist mit dornigen Sträuchern, als Schutz vor Tieren und Feinden. Im inneren Leben die Menschen in kleinen Hütten, ein einem anderen Teil wird gekocht, in wieder anderen sind die Tiere und im nächsten die Latrinen. Außerdem sehen wir ein von der Whh gebautes Regenwasserbecken, welches trotz der langanhaltenden Trockenzeit noch Wasser von der letzten Regenzeit für die Tiere gespeichert hat. Zum Abschluss tanzen, singen, klatschen und springen wir alle gemeinsam, bevor wir weiter nach Moroto fahren. Wer WA sagt, muss auch SH sagen – Die Bedeutung von „Sanitation & Hygiene“ Eindrücklich wird mir das Problem von mangelnden sanitären Anlagen deutlich. An bestimmten Stellen unweit der Dörfer stinkt es, denn das freie Feld wird als Toilette genutzt. „Open defecation“ ist ein großes Problem, da leicht Krankheiten übertragen werden. Lösungen dafür sind zum Beispiel „Pit Latrines“, welche von einer Familie benutzt werden und durch die Verwendung von Asche geruchsneutral sind. Wir halten auch an einer Schule, die gerade neue Latrinen bekommen hat. Wir werden herzlich begrüßt und der „WASH-Club“ der Schule singt für uns und führt ein Theaterstück auf, welches die Wichtigkeit von Hygiene darstellt. Das Ziel eines solchen Schulprojektes ist, das nötige Bewusstsein durch die Kinder an die Familien in die Dörfer zu bringen. Es war für mich eines der wichtigsten Erkenntnisse der Reise, dass soviel mehr zu einem solchen Projekt dazugehört, als einfach eine Latrine zu bauen. Der wohl schwierigere Teil besteht darin, die Leute von der Wichtigkeit zu überzeugen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, die Latrinen richtig zu nutzen. Leider gibt dazu aber auch viele Vorbehalte, sodass sich beispielsweise zwei benachbarte Familien nicht immer eine Latrine teilen wollen. Water is life – Brunnen im Mittelpunkt Am nächsten Morgen geht es nach einem Briefing im Welthungerhilfebüro los zu anderen Projekten. Wir sehen Brunnen, die von der Welthungerhilfe gebaut wurden und nun von „Water-Comitees“ betreut werden. Diese etwa siebenköpfigen Komitees Sorgen sich um die richtige Benutzung der Brunnen und sammeln Geld für die Benutzung, welches dann auf der Bank für mögliche Reparaturen oder Wartungen gespart wird. Besonders interessant zu sehen fand ich, wie die Brunnen den Mittelpunkt des Lebens darstellen. Viele Leute, vor allem Frauen und Kinder stehen drum herum und warten bis sie an der Reihe sind ihre „Jerrycans“ (Wasserkanister) zu befüllen. Aufgereiht in einer langen gelben Schlange stehen die Kanister und einer nach dem anderen wird befüllt. Abends hatten wir eine kleine Feier im Welthungerhilfe Büro. Freunde und Bekannte, darunter Musiker aus Moroto waren eingeladen. Spontan kam die Idee auf, am nächsten Tag gemeinsam einen Song aufzunehmen. Uns wurden die traditionellen Kleider angezogen und wir bekamen einen karamojong Namen. Meiner ist „Lopeiok“ und bedeutet „ the visitor“

Am nächsten Tag gab es also nochmal ein volles Musik und Kunstprogramm Bobbie malte einen Latrine in einer Schule an, Onejiru nahm gemeinsam mit den Musikern einen Song auf karamojong auf und Papatrill drehte das Video für den Song für Bebe Cool.

Donnerstag ging es dann den ganzen Tag zurück nach Kampala und Freitag  waren wir zunächst in der deutschen Botschaft und stellten unsere Idee von Viva con Agua Uganda vor, dann fuhren wir ins Welthungerhilfebüro in Kampala und stellten auch dort nochmal Viva con Agua genauer vor. Samstag war voll mit Vorbereitungen für das Konzert am Abend. Ab 16 Uhr kamen die Leute zum National Theatre, wo schon am Wochenende davor drei Wände kunstvoll gestaltet wurden. Als erstes waren die Secret Wars an der Reihe, ein Kunstwettbewerb, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten und eine große weiße Fläche gestalten. Nach 90 min entstanden so zwei sehr schöne Bilder und das Konzert konnte beginnen. Tucker HD, Laydy Slyke, Abramz & Sylvester, Onejiru und zum Abschluss der Mainact Bebe Cool spielten ein sehr gutes Konzert.

Am nächsten Morgen stand noch das (traditionelle) Fußballspiel an. Wir traten als „Viva con Agua Allstars“ gegen „Watoto Wasoka“ an, ein Projekt in Kampala, welches mit Straßenkindern arbeitet und durch Fußball eine Perspektive bietet und Schulbildung ermöglicht. Wir ließen das Team von „Watoto Wasoka“ mit 5-4 gewinnen und freuten uns anschließend an einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem uns das Projekt nochmal genauer erklärt wurde .

Daraufhin ging es für mich wieder zurück nach Fort Portal, für den Rest der Gruppe am Abend und in den Tagen danach zurück nach Deutschland. Mehr Bilder gibt es auf der Facebook Seite von Viva con Agua Kampala , liken nicht vergessen  😉

Update: Eine leicht abgewandelte Version des Textes jetzt auch auf dem Blog der Welthungerhilfe.

Update2: Ich empfehle wärmstens auch die Beiträge von Alina , Anja und Tim , die in Lira unterwegs waren. Sowie Lisa von VcA München, die ebenfalls in Moroto war.

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